Anamnese

Das ausführliche Gespräch mit dem Patienten ist der erste und auch gleichzeitig entscheidende Beginn zum Verstehen der Krankheit.
Im Vorfeld hierzu füllt der Patient einen umfangreichen Fragebogen aus, an dem meist Familienangehörige oder Eltern mithelfen, die sehr oft auch inzwischen vergessenen Zusammenhänge zu einem weitgehenden, vollständigen Lebensablauf niederzuschreiben.
Hier sind Krankheiten oder Belastungen der Eltern vor und zum Zeitpunkt der Zeugung genauso wichtig wie ein Wohnungs- oder Arbeitsplatzwechsel, Zustand und Bauweise der Behausung, deren örtliche Gegebenheiten etc.. Einen starken Einfluss auf mögliche Entwicklung von chronischen Krankheiten haben Schocks, Unfälle, Operationen, Zahnversorgungen, Impfungen, Reisen in ferne Länder mit mangelnder Infrastruktur etc..

In den Belastungen der Vergangenheit finden sich in der Regel die Krankheitsauslöser oder eine Reihe von Faktoren, die in ihrer Gesamtheit letztlich zur jetzigen Situation geführt haben.

Belastungen der Eltern übertragen sich in bestimmtem Ausmaß auf das ungeborene Kind.

In der Integralen Medizin machte ich immer wieder die Beobachtung, dass chronische Krankheiten in den meisten Fällen schleichend beginnen.
Es kann jedoch sehr häufig der genaue Ablauf der Erkrankung durch die Erstellung eines Zeitrasters der verschiedenen Lebenssituationen des Patienten erkennbar gemacht werden.
Nach meinen Erfahrungen finden sich häufig - fast auf den Tag oder die Woche genau – immer wiederkehrende Ereignisse im Leben eines Patienten, die in der Gesamtheit wie 'ein Pfad in der Wildnis' letztlich den Gang der späteren Krankheit aufweisen können, wenn man ihn erfragen und auch als solchen erkennen kann.