Kiefergelenk und Zähne

Der Unterkiefer ist mit dem Oberkiefer durch die Kiefergelenke verbunden und wird durch zahlreiche Muskeln mit dem Schädel und auch der Halswirbelsäule verbunden. Fehlstellungen von Zähnen beim Wachstum, falscher Zahnersatz und auch Essgewohnheiten wie das ständige Kauen auf einer Seite oder Daumenlutschen, führen neben anderen Ursachen zu Fehlbelastungen der Kaufunktion und in der Folge zu einer ungleichmäßigen Belastung der Kiefergelenke und auch zu einer Verformung der Zahnstellung. Die Informationsweiterleitung der Fehlstellung dieser Gelenke geschieht durch Nerven. Diese leiten weiter an die Nackenmuskulatur, was zu Verspannungen, Kopfschmerzen, Ohrgeräuschen und zahlreichen anderen Symptomen führt. Eine genaue Analyse der Gesamtsituation des Kauapparates und der Wirbelsäule sowie der großen Gelenke ist somit ein essentieller Anteil der Integralen Zahnmedizin und erfolgt in einer ersten Untersuchung. Im Laufe der unten aufgeführten Vorgehensweise werden Einflüsse durch die Fehlstellung von Zähnen und Fehlbelastungen in den Kiefergelenken korrigiert.

CMD (craniomandibulare Dysfunktion)

Normalerweise befindet sich der Ober- zum Unterkiefer in einem Schwebezustand, das heißt: die Kauflächen berühren sich nicht. Bei einer CMD liegen die Kauflächen stellenweise aufeinander und berühren sich oder werden zusammengepresst.
Offiziell liegt bei etwa 8 Prozent der Bevölkerung eine CMD vor. Dieser geringe Prozentsatz ergibt sich daraus, dass diese Untersuchung und Feststellung einer CMD häufig nur von spezialisierten Zahnärzten durchgeführt wird. Da aber die meisten Patienten nicht bei einem solchen Spezialisten in Behandlung sind, liegt die Zahl der Betroffenen in der Reaität bei vermutlich 50 - 60 Prozent.
Die dauerhaft vorhandene Verspannung, führt langfristig zu Triggerpunkten am Körper, im Nacken- und Schulterbereich.
Da der Kopfbereich die Endzone der Muskelketten vom Fußbereich aufwärts darstellt, können die Auswirkungen bis dorthin verlaufen.
 



Bild: Ergebnisse bei der CMD-Diagnostik, so wie sie in der Praxis gefunden wurden.
Die geringere Häufigkeit bei Frauen lässt sich durch die höhere Schmerztoleranz und
die weichere Muskel- /Bindegewebsstruktur erklären. Außerdem ist das Mitteilungsbedürfnis
von Frauen erheblich höher, weshalb der Mund häufiger bewegt wird und somit
Muskelverspannungen eher reduziert werden. (Frauen sprechen täglich 20.000 Wörter,
wohingegen Männer angeblich lediglich 7.000 Wörter pro Tag sprechen würden.)

 

Die vielfältig miteinander in Zusammenarbeit stehenden Gesichtsmuskeln und die umfangreiche Nervenversorgung des Gesichts und am gesamten Kopf-Halsbereich ermöglichen eine Vielzahl von Bewegungen, Mimik und Kommunikation.  Es besteht andererseit aber auch die Möglichkeit, dass bei Verspannungen und Blockierungen in diesen Zonen und am übrigen Körper Schmerzen und Bewegungsstörungen entstehen können.

 
Bilder: Gesichtsmuskulatur (oberflächlich) und hintere Rückenmuskulatur (oberflächlich)

Die Posturologie wiederum lehrt uns, dass die Füße der erste Rezeptor, die Augen der zweite und der Mund/Kiefer der dritte Rezeptor für die Orientierung der Haltung des Menschen in der momentanen Situation und im Raum sind. So wie die Füße eine Kieferfehlstellung beeinflussen, ist beim Bestehen einer CMD beispielsweise durch Daumenlutschen, ständiges Kauen, mit der Zunge gegen die Zähne drücken oder Metallbelastungen im Mund, um nur einige zu nennen, ein negativer Einfluss auf die Postur - die Haltung - ebenfalls gegeben.

Für mich ergab sich aus Vorgenanntem die Forderung nach einer neuen Gesamtschau der Problematik:

Die Generalisierte Posturale Dysfunktion (GPD)


Definition:

Schmerzhafte, nicht kompensierte neuromuskuläre Entgleisung der Körperstatik unter Mitbeteiligung von Gelenken, Muskelketten, Faszienzügen, inneren Organen und Gehirnfehlsteuerungen (Lateralitätsstörungen).

Ausführliche Informationen finden Sie auf meiner Homepage

www.posturale-dysfunktionen.eu